Evangelische Heilandsgemeinde, Walluf - Martinsthal - Rauenthal
KONFIRMATION
Kirchlich (Er)wachsen
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Auf ein Wort

Pfarrerin Bettina Friehmelt<!--Günther-->

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Gemeindebriefs,

hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen. So soll es Martin Luther 1521 auf dem Reichstag zu Worms gesagt haben. Wer je in Worms war und die Stelle gesucht hat, wo Luther vor Kaiser Karl V. stand, wird vermutlich beeindruckt sein: dieser 38jährige Mann aus dem Thüringischen, geprägt durch mönchisches, hierarisch strukturiertes Leben, hatte die Chuzpe, inmitten von Staatsgewalt und Kirchenfürsten nicht der Obrigkeit zu gehorchen, nicht zu widerrufen, sondern seine Thesen deutlich zu vertreten und damit Leib und Leben zu riskieren. Der Kaiser verhängte daraufhin das sogenannte Wormser Edikt, was Luther zum Vogelfreien machte. Jedermann hätte ihn töten können, niemand durfte ihn aufnehmen, er war der Willkür der Menschen ausgeliefert. Man kann von Martin Luther halten, was man will, viel Zweifelhaftes hat er geschrieben, vieles, was nicht dem Frieden und der Freiheit eines Christenmenschen diente, sondern Streit und Krieg auslöste. Aber dieser mutige Moment in Worms, der beeindruckt mich tief. Und er lässt mich fragen: für welche Sache treten wir so mutig ein?! Wo sind wir noch „Protestanten“, also Menschen, die nicht alles hinnehmen, obwohl sie sich resigniert, gelangweilt oder zu sehr gefangen im Alltags-Hamsterrad fühlen?! Wo stehen wir, weil wir nicht anders können und sind mutig, obwohl wir Repressionen zu erwarten haben?! In Wiesbaden zum Reformationsfest sind wir eingeladen, uns auf einen Sockel und der Frage zu stellen, wofür stehe ich ein! Das scheint ein nettes Reformations-Gimmick zu sein, nett und schnell vorüber, aber das sollte es nicht. Denn wir sind gefragt, heute so viel wie seit vielen Jahren nicht mehr, uns zu positionieren: gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen jede Art von Ausgrenzung, einzustehen für eine Welt, in der jeder Mensch gut und friedlich leben kann und die Gerechtigkeit strömt wie lebendiges Wasser. Denn so hat es Jesus selbst gesagt, auf den wir uns berufen: was ihr einem meiner geringsten Geschwister getan habt, das habt ihr mir getan.

In diesem Sinne - eine gesegnete, eine stand-feste Sommerzeit! Ihre

Ihre Pfarrerin
Bettina Friehmelt


 

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