Auf ein Wort

Lie­be Le­se­rin, lie­ber Le­ser un­se­res Ge­mein­de­briefs,

nach den Mo­na­ten der Dun­kel­heit wird es lang­sam, Tag für Tag, mor­gens wie­der hel­ler. Die Kin­der ge­hen nicht mehr im Fins­tern in die Schu­le und kom­men abends noch bei Ta­ges­licht nach Hau­se. Die Blu­men stre­cken vor­sich­tig ih­re Köp­fe aus dem Erd­reich, der Son­ne ent­ge­gen. Wäh­rend die Na­tur er­wacht und das Le­ben mit je­der Se­kun­de mehr Licht und Hel­lig­keit leich­ter und wär­mer wird, ge­hen auch wir im Kir­chen­jahr die­sen Weg mit.

Die Pas­si­ons- oder Fas­ten­zeit hilft uns, uns zu kon­zen­trie­ren auf das We­sent­li­che. Sie­ben Wo­chen oh­ne - auch wer das Mot­to der dies­jäh­ri­gen Fas­ten­ak­ti­on nicht kennt (es ist: oh­ne Knei­fen! Zeig dich! Sie­he Sei­te 6), mag viel­leicht doch auf das Ei­ne oder An­de­re im All­tag ver­zich­ten: auf Scho­ko­la­de oder die Zi­ga­ret­te nach dem Es­sen. Man­che wer­den sich et­was vor­neh­men: sie­ben Wo­chen mit: ei­nem täg­li­chen Spa­zier­gang am Rhein oder ei­nem Psalm­vers am Abend.

An Kar­frei­tag be­den­ken wir das Lei­den und Ster­ben Je­su Chris­ti und las­sen uns dar­an er­in­nern, dass uns Chris­tus nir­gends nä­her ist als im Lei­den. Nicht, um im Lei­den ste­cken zu blei­ben, son­dern um es für im­mer zu über­win­den. Nach Kar­sams­tag, dem Tag der Gra­bes­ru­he und der To­ten­stil­le, folgt Os­tern: „Der Herr ist auf­er­stan­den, er ist wahr­haf­tig auf­er­stan­den“ ru­fen wir uns in der Os­ter­nacht zu, in der Herz­mit­te des Kir­chen­jah­res. Auch hier ge­hen wir vom Dun­kel ins Licht, dem Son­nen­auf­gang ent­ge­gen. Die nach­ös­ter­li­che Zeit ist ge­prägt durch Freu­de: sin­gen, ju­beln, be­ten, bis wir dann mit Pfings­ten den Fest­kreis voll­enden. Da­nach - hier spü­ren wir noch die bäu­er­li­che Prä­gung - ist die so­ge­nann­te fest-freie Zeit, bis wir dann nach der Ern­te im Ok­to­ber Ern­te­dank fei­ern. So ist un­ser Le­ben und auch un­se­re Ge­sell­schaft durch die kirch­li­chen Fest- und Fei­er­ta­ge ge­prägt. Das Kir­chen­jahr mit­zu­fei­ern und sei­nen The­men nach­zu­den­ken, das tut gut.

Un­ser Le­ben ge­winnt Struk­tur, so wie die Wo­che Struk­tur ge­winnt durch den Wech­sel von Ar­beit und Ru­he, Werk­tag und Sonn­tag. Und wir ent­de­cken im Kir­chen­jahr un­se­re ei­ge­nen The­men und Fra­gen: Wie ist das mit dem Tod (Ewig­keits­sonn­tag) oder der Schuld (Buß- und Bet­tag)? Wir seh­nen uns nach Frie­den (Volks­trau­er­tag) und er­war­ten die heil­sa­me Gna­de Got­tes un­ter uns Men­schen (Ad­vent). Es tut gut, sich dar­auf ein­zu­las­sen, auf die­sen Rhyth­mus aus ho­hen und nied­ri­gen Fes­ten, bit­te­ren und glück­li­chen Ta­gen, in de­nen wir ei­ne Ah­nung da­von ge­win­nen kön­nen, dass un­se­re Zeit in gu­ten Hän­den ist. Wir sind un­ter­wegs - ge­tra­gen und be­glei­tet von Gott, so wie es der Psalm 91 be­singt: Denn er hat sei­nen En­geln be­foh­len, dass sie dich be­hü­ten auf al­len dei­nen We­gen.


Autor
Bild: Person/Author
Andreas Günther

Gott sagt: „Fürch­te dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich seg­nen.“ (1. Mo­se 26). Er ist bei uns auf un­se­ren We­gen, ob sie der­zeit durch grü­ne Au­en oder fins­te­re Tä­ler füh­ren. Er ist mit uns ge­mein­sam un­ter­wegs: hier in Wal­luf, auf un­se­ren Rei­sen, beim Auf­bre­chen und Heim­kom­men.


Andere Termine

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  • 22. Juni
  • 19:30
  • frei
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Ort: Ev. Gemeindehaus