Auf ein Wort

Ein Rab­bi frag­te sei­ne Schü­ler, wie man die Stun­de be­stimmt, in der die Nacht en­det und der Tag be­ginnt. »Ist es, wenn man von wei­tem ei­nen Hund von ei­nem Schaf un­ter­schei­den kann?« frag­te ei­ner der Schü­ler. »Nein«, sag­te der Rab­bi. »Ist es, wenn man von wei­tem ei­nen Dat­tel- von ei­nem Fei­gen­baum un­ter­schei­den kann?« frag­te ein an­de­rer. »Nein«, sag­te der Rab­bi. »Aber wann ist es dann?« frag­ten die Schü­ler. »Es ist dann, wenn du in das Ge­sicht ir­gend­ei­nes Men­schen bli­cken kannst und dei­ne Schwes­ter oder dei­nen Bru­der siehst. Bis dann ist die Nacht noch bei uns.«
 
Die Pro­phe­ten träu­men da­von, dass es end­lich so­weit sein wird: Die Nacht ist vor­ge­drun­gen, der Tag ist nicht mehr fern. Das Volk, das noch im Fins­tern wan­delt, es sieht ein gro­ßes Licht. Sie träu­men da­von, dass wir da­hin kom­men, in je­dem Men­schen un­se­re Schwes­ter und un­se­ren Bru­der zu er­ken­nen; in al­lem, was lebt, in Er­de, Luft und Was­ser Got­tes Schöp­fung zu se­hen, die zu uns ge­hört und wir zu ihr; und zu le­ben in Frie­den und Ge­rech­tig­keit auf die­sem Pla­ne­ten mit al­ler Krea­tur.
 
Hoff­nung im Ad­vent, weil Gott sei­ne Welt nicht lässt, weil er uns sieht und durch uns in die Welt kom­men will. Dar­um bit­ten und da­von sin­gen wir je­des Jahr neu, da­mit wir die Hoff­nung nicht auf­ge­ben, egal wie dun­kel und trost­los die Welt aus­sieht. Wenn Gott kommt, »dann ste­hen Mensch und Mensch zu­sam­men vor ih­res Got­tes An­ge­sicht, und al­le, al­le schau­en ins Licht, und er kennt je­der­mann mit Na­men.« (EG 20,8).
 
»Die Nacht en­det, wenn du in das Ge­sicht ir­gend­ei­nes Men­schen bli­cken kannst und dei­ne Schwes­ter oder dei­nen Bru­der siehst.«
 
Ge­seg­ne­te Ad­vents- und Weih­nachts­ta­ge, in de­nen wir Licht und Hoff­nung se­hen, wünscht Ih­nen Ihr Pfar­rer

Pfrn. Friehmelt

Autor
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Bettina Friehmelt

Vor 500 Jah­ren hat Mar­tin Lu­ther sei­ne The­sen an die Kir­chen­tür der Wit­ten­ber­ger Schloss­kir­che ge­na­gelt, so wird be­rich­tet. Kaum ei­ne Jah­res­lo­sung könn­te im Ju­bi­lä­ums­jahr pas­sen­der sein: „Ich schen­ke euch ein neu­es Herz und le­ge ei­nen neu­en Geist in euch.“(Ez 36,26).


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