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Sonntagsgedanken zum Exaudi

Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe. Sei mir gnädig und erhöre mich! (Psalm 27)

Bild: Jesus

24.05.2020

Ihr Lieben,
ich ha­be mich jetzt schon öf­ter da­bei er­tappt, zu den­ken: jetzt kanns doch end­lich rum sein, mit die­sem Co­ro­na. Und ich fra­ge mich, wann end­lich die Zeit des Neu­an­fangs ist, wo wir uns wie­der um­ar­men kön­nen und sin­gen und fei­ern. Dies un­ge­wis­se War­ten fällt schwer. Die Un­plan­bar­keit der Zu­kunft, die Sor­ge, dass al­le Lo­cke­run­gen wie­der zu­rück­ge­nom­men wer­den müs­sen, all das kann ei­nen so rich­tig mürb ma­chen.

Siehe, es kommt die Zeit, sagt Gott,
da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda
einen neuen Bund schließen.

Gott sagt das zu sei­nem Volk. Da­mals. Im Exil. Die ha­ben viel län­ger im Un­ge­wis­sen ge­ses­sen als wir. Und sie ha­ben nicht nur in ih­ren Woh­nun­gen und Häu­sern ge­war­tet, dass die Zeit rum geht, son­dern fern der Hei­mat, in ei­ner ganz frem­den Um­ge­bung, im Exil. Was Gott sei­nem Volk Is­ra­el hat aus­rich­ten las­sen, das hö­re ich heu­te, fast 3000 Jah­re spä­ter, im­mer noch als ein Trost­wort. Sie­he, es kommt die Zeit. Es wird vor­bei­ge­hen. Es kom­men auch wie­der an­de­re Zei­ten. Und dann le­gen wir wie­der los und al­les wird wie vor­her.

Aber Gott sagt: so soll es nicht sein. Kein wei­ter wie vor­her. Son­dern ein wirk­li­cher Neu­an­fang. Das wärs doch: wenn die Pfle­ge­rin­nen tat­säch­lich auch fi­nan­zi­ell spü­ren könn­ten, wie sys­tem­re­le­vant sie sind. Und der Ver­käu­fer an der Su­per­markt­kas­se und der La­ge­rist in den 1001 Ver­sand­han­deln die­ser Welt. Oder wenn die Ar­beit der Leh­re­rin tat­säch­lich wert­ge­schätzt wür­de von El­tern und Po­li­tik und die der Er­zie­he­rin auch.

Und wol­len wir selbst in un­se­rem Le­ben wirk­lich ein „wei­ter wie vor­her“, zu­rück in den vor-Co­ro­na-All­tag ? Oder soll nicht doch et­was ganz Neu­es wer­den? Oder zu­min­dest et­was blei­ben von dem, was auch Gu­tes war und ist in der Zeit? Das ge­mein­sa­me Mit­tag­es­sen mit der gan­zen Fa­mi­lie? Das abend­li­che Te­le­fo­nat mit der Freun­din? Die Ker­ze und das Ge­bet? Die we­ni­gen Ter­mi­ne?

Ich will meine Weisung nicht auf Steintafeln schreiben, sagt Gott,
sondern sie in ihr Herz geben und in ihr Gewissen schreiben.
Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Trost­wor­te für Be­dräng­nis-Ta­ge. Es wird et­was Neu­es kom­men und wir wer­den ver­än­dert sein. Auch, wenn ich so mei­ne Zwei­fel dar­an ha­be - ken­ne ich mich doch selbst und se­he in die Welt. Ver­än­de­rung des Her­zens, die ist schwer. Aber das Ver­spre­chen bleibt. Amen.


Wer den Bibeltext für den heutigen Sonntag noch mal im Ganzen nachlesen will - ihr findet ihn bei Jeremia 31, 31-34: abgedruckt im Hausgottesdienst, in einer Bibel oder im Internet, z.B. hier:
https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/bibelstelle/jer%2031/ oder: bit.ly/jeremia31

Etwas tun

    Siehe, es kommt die Zeit:
  • was möchtest du machen in der Zeit nach dieser Zeit?
  • was möchtest du bewahren von dem, was gerade ist, was neu ist schon heute?
  • und was soll wieder so sein wie vorher?

Vielleicht magst du es aufschreiben. Oder jemandem erzählen, neben dir oder am Telefon.


Und natürlich gibts auch heute wieder Musik - wie immer handmade Heilandsgemeinde, alles bei youtube zu finden (ich schreibe mal den Kurzlink, der mit bit.ly/ anfängt und den langen YouTube-Link hin - ihr könnt den Kanal der Heilandsgemeinde auch abonnieren, dann findet ihr unsere Videos immer. Und nicht wundern: die Videos sind immer erst freigeschaltet ab Sonntag morgens 6 Uhr). Natürlich alles auch bei Facebook.

Ein Hoffnungslied: Vertraut den neuen Wegen (im Gesangbuch die Nummer 395) - das kannst du hören und mitsingen hier:

https://youtu.be/YKjAUCj95bs oder: bit.ly/vertraut

Gespielt hat das Isabella auf der Orgel der Heilandskirche.

Und hier ein Lied zum Anhören, eins, was genauso in die Zeit passt, getextet von Eugen Eckert zu Psalm 39, gesungen und gespielt von Karo und Bernhard:

https://youtu.be/MRpsjV0_o20 oder: bit.ly/einehandbreit
 

Refrain:
Eine Handbreit bei dir,
so ist mein Leben,
wie ein Hauch, so steh ich vor dir.
Sinnlos alles Suchen, alles Streben,
finde ich bei dir nicht Zuflucht und Quartier.

1) Wie viele Tage werden mir noch bleiben?
Ich erschrecke manchmal, wie die Zeit vergeht.
Höre ich von einer schweren Krankheit,
weiß ich, wie leicht Lebensglück verweht. Refrain
 
2) Wie viele Tage werden mir noch bleiben?
Wie oft stehn wir Menschen schwach und hilflos da!
Schatten schrecken uns auf unsern Wegen,
bleib im Dunkeln, Gott, uns greifbar nah. Refrain
 
3) Wie viele Tage werden mir noch bleiben?
Wenn die Angst in mir aufsteigt, verlass mich nicht. 
Meine Hoffnung ruht auf dir alleine,
komm durch meine Nacht mit deinem Licht. Refrain


Am heutigen Sonntag stehen in der Kirche die Kerzen, die die Konfis des Jahrgangs 2019/2020 gebastelt haben. Sie erzählen davon, dass eigentlich heute Konfirmation hätte sein sollen. Der Gebetsbaum an der Kirchentür mit seinen vielen bunten Stoffbändern schmückt die Kirche zu diesem Tag. Vielleicht mögt ihr heute in die Kirche gehen und für unsere Jugendlichen eine Kerze anzünden?! Oder ein Gebet für sie schreiben und in die Fürbitt-Box legen.

Ab Montag Nachmittag gibts in der Kirche Bastelpakete für Pfingsttauben. Die freuen sich, wenn sie bei euch daheim entstehen und dann an einem dünnen Faden in die Kirche fliegen dürfen, wo sie dann das Pfingstfest feiern.

Wir feiern mit Abstand und doch miteinander immer werktags eine Andacht in der Kirche, mit viel Stille, Bibeltext, einem gemeinsamem Psalm und der Orgel zu Schluss. Wir freuen uns auf euch!

Bleibt behütet, bleibt gesund,
Eure Pfarrerin Bettina Friehmelt


P.S. Die nächsten Sonntagsgedanken zu Pfingsten fliegen auf Taubenflügeln (naja, vermutlich doch per Mail) am Samstag Abend, 30. Mai zu euch.


 

Andere Termine

Bild: Eventvorschau
  • 26. Juni
  • 19:30
  • frei
Singkreis

Wir singen gerne in der Heilandsgemeinde, ein Mal monatlich freitags

Ort: Gemeindehaus